Geschichte St. Sebastian Kuppenheim

Die ursprüngliche Andeutung der Patrozinien (um 1320) deutet darauf hin, dass Kuppenheim für die kirchliche Besiedelung im oberen Murgtal die Funktion der Mutterkirche übernommen hat. Kuppenheim entwickelte sich im Mittelalter zur Amtsstadt und kirchlich zum eigenen Dekanat, welches aus dem Gebiet zwischen Rhein und Forbach und zwischen Alb und Oos bestand. Um 1683 neigte sich die Blütezeit Kuppenheims bereits ihrem Ende zu. Rastatt gewann durch den Markgrafen immer mehr an Bedeutung und am 24.August 1689 wurde im pfälzischen Erbfolgkrieg durch Kirche 1901 französische Truppen fast ganz Kuppenheim, einschließlich der Pfarrkirche niedergebrannt. Ab 1704 wurde versucht, die Kirche wiederherzustellen, doch die politische und kirchliche Bedeutung Kuppenheims ging ihrem Ende zu. Am 04.September 1810 wurde der neue Grundstein gelegt. Beim Neubau wurde die alte Kirche integriert, wobei sie wesentlich erweitert und erhöht wurde. Ebenfalls gab es einen neuen Turm mit Spitzbogenarkaden. Am 01.Juli 1868 wurden abermals einige Teile der Kirche, besonders der Helm des Turms, Opfer eines Großbrandes.1870 wurde der Turm wieder hergerichtet und steht bis heute.1902 begann man mit dem Abriss des Langhauses, am 08.Mai 1902 wurde der Grundstein der "neuen" und jetzigen Kirche gelegt, welcher heute noch an der nordwestlichen Kirchentür zu sehen ist. Am 01.Juli 1905 wurde die Kirche eingeweiht. 1986- 89 führte Stadtpfarrer Siegfried Merkel eine umfassende Innenrennovation durch.

 

Das Äußere der Pfarrkirche und die Glocken

Fast alle alten Kirchen sind geostet, so auch die Kuppenheimer, da man gleichsam das Licht einfangen wollte, dem wiederkommen Christus. Seit dem Kirchenbau 1902 hat die Kirche ein Querschiff, d.h. der Grundriss hat die Gestalt eines Kreuzes. Der hl. Sebastian und die hl. Katharina von Alexandria eröffnen das Hauptportal. Im zweiten Turmobergeschoss sieht man eine Madonna mit Kind und Krone. Mit dem nächsten Turmabschnitt, in dem das Zifferblatt der Turmuhr untergebracht ist, beginnt der neuere Teil des Turms. Darüber liegt die Glockenstube, gekrönt vom unverwechselbaren Turmhelm. Der Turm hat die Höhe von 52,32m. Sechs Glocken hängen im zehn Meter hohen Glockenstuhl unserer Kirche. Vier Glocken wurden im September 1950, nach dem Leitmotiv "O Heiland reiß den Himmel auf", in cis' - e' - fis' - gis' gestimmt. Sie sind mit kunstvollen Inschriften versehen.: die Sankt Sebastiansglocke mit 1950 kg; die Erzengel- Michaelglocke mit 1100 kg; die Erzengel- Gabrielglocke mit 780 kg; und die Erzengel- Raphaelglocke mit 550 kg. 1963 wurde das Geläute durch zwei neue Glocken ergänzt: die Sankt Paulusglocke mit 2873 kg, Tonhöhe B°; und die Sankt Elisabethglocke mit 408 kg, Tonhöhe b'.

 

Das Innere der Kirche und die Ausstattung

Die Kirche wirkt massiv und mächtig durch den kreuzförmigen Grundriss, die farbigen Fenster in den Seitenschiffen, die hellen Obergardenfenster und vor allem den mächtigen Hochaltar. Aus finanziellen Gründen musste bei der Einweihung der Kirche die Fertigstellung des Hochaltars zurückgestellt werden, erst 1922 wurde der heutige Jungendstilhochaltar geschaffen. Wie in jeder Kirche bildet auch in Kuppenheimer Kirche Altar, Zeichen für Christus, die zentrale Mitte der gläubigen Gemeinde. Zum großen Glück konnte die Gewölbemalerei in Kuppenheim erhalten werden. Es handelt sich dabei um Leimfarbmalerei. Der neue Zelebrationsaltar wurde bei der letzten Renovation neu geschaffen. Er ist- wie auch der Ambo zur Rechten- aus rotem Mainsandstein gehauen, wobei er farblich einen Gleichklang mit dem getönten Granitsäulen, den Gewölberippen und dem Sandsteinquaderimitationen an den Wänden entstehen lässt. Die feierliche Altarweihe fand am 5. Juni 1987 statt. Das schönste was die Kirche zu bieten hat sind, unumstritten durch ihre künstlerische und handwerkliche Qualität, die hohen Glasfenster. Die fünf Gesätze des schmerzhaften Rosenkranzes sind Thema und Darstellung der 1903 gestifteten Meisterwerke im Hochaltar. Die Seitenkapelle, mit dem Marienaltar, welcher 1907 erstellt wurde, ist seit der Innenrennovation nun auch als Taufkapelle gestaltet. Am linken Querschiff ist das sogenannte "Katherinenchörlein". Unmittelbar rechts vom Hochaltar befindet sich der Josefsaltar, er wurde 1906 geschaffen. Ganz rechts außen, im südlichen Querschiff befinden sich der sogenannte Bruderschaftsaltar, der 1944 geschaffen wurde. An den Wänden des Langhauses stehen Statuen der vierzehn Nothelfer. Ergänzt werden sie durch eine Statue des hl. Johannes des Täufers, des hl. Wendelin, durch eine Herz- Jesu- und Herz- Mariä- Statue. An den Granitsäulen der Kirche sind vierzehn aus Email gefertigten Stationen des Kreuzweges Jesu angebracht. Auf der Empore wurde 1960 eine neue Kirchenorgel mit 42 Registern und drei Manualen erstellt. Im Jahre 1987 wurde eine Chororgel mit acht Registern und zwei Manualen angeschafft.