Geschichte St. Anna Bischweier

St. Anna Bischweier

Vorgeschichte

1892: Bischweier ist Filialkirche der Pfarrei Rotenfels und zählt ca. 660 Katholiken, für die der Platz in der damaligen Pfarrkirche, der heutigen St. Annen-Kapelle, nicht mehr ausreicht. Nachdem Rotenfels einen Neubau nicht unterstützt, wendet sich die Pfarrgemeinde Bischweier an den katholischen Oberstiftungsrat in Karlsruhe und beklagt die Situation. Verschiedene Inspektionen in den nächsten Jahren bestätigen das Anliegen Bischweiers in teils dramatischen Berichten über bauliche Verwahrlosung, Erdfeuchte, Pilzbefall, stickiger Luft usw.. Selbst eine Gesundheitsgefährdung beim Besuch des Gottesdienstes wurde attestiert.
1895: Rotenfels stimmt schließlich einem Neubau zu.
1890: Im Visitationsbescheid wird nochmals festgestellt, dass ein Neubau dringend geboten ist und dass sich die Pfarrgemeinde Bischweier ernsthaft um eine Finanzierung des Vorhabens bemühen soll.

Planungsarbeiten
Bis 1899: Standortsuche und Planungsarbeiten für den Neubau laufen parallel zu der Suche nach Finanzierungsquellen. Zuständiger Architekt des erzbischöflichen Bauamts in Karlsruhe ist Hr. Schroth. Dem damals üblichen Vorgehen folgend werden umliegende wohlhabende Pfarrgemeinden und Heiligenfonds, vor allem aber die Pfarrei Rotenfels zu großzügiger Unterstützung verplichtet. Darüberhinaus unterstützt die Bevölkerung durch Spenden und eine Lotterie die Finanzierung. Immer wieder aber müssen die Pläne hinsichtlich einer Kostenminimierung überarbeitet werden.

Bauarbeiten
4. August 1899. Architekt Schroth vergibt die Bauarbeiten.an regionale Unternehmen, als Bauführer wird Herr Saal aus Baden-Baden eingesetzt.
Da im Spätjahr 1899 eine feierliche Grundsteinlegung nicht mehr möglich war, erfolgte diese erst am 29. April 1900.
Im Innenbereich werden die Gebrüder Metzger aus Überlingen mit dem Bau der Altäre und der Kanzel beauftragt. Den Taufstein liefert die einheimische Steinhauerfirma Albert Rahner Ww.. Für den Kreuzweg findet sich eine kostengünstige Lösung, da die Pfarrei Michelbach in ihrer Kirche einen neuen Kreuzweg bauen läßt und Bischweier den gebrauchten gegen einen vermutlich geringen Betrag überläßt.
Die Orgel wird geliefert durch die Firma Voit und Söhne aus Karlsruhe-Durlach. Das Glockengeläut, bestehend aus drei Glocken, liefert die Firma Grünninger Söhne in Villingen.
Die Gesamtkosten der Kirche einschließlich des Innenausbaus beliefen sich auf ca. 105.000,- Mark.

Benediktion
Die feierliche Benediktion, d. h. Segnung der Kirche wird am 20. Dezember 1900 vollzogen, sodass die Pfarrgemeinde Weihnachten 1900 erstmals in der neuen Kirche feiern kann.

Konsekration
Die Weihe der Kirche erfolgt schließlich am 30. Juni 1905 durch Herrn Erzbischof Dr. Thomas Nörber.